E

Start
News
über uns
Ziel / Grundsätze
Satzung
Geschäftsordnung
Download
Archiv
unsere Mitglieder
Förderer des LV
Vorstand
Kontakt
Impressum
Login

 


 

Leitbild der Tafeln in Deutschland

Wir stehen dafür ein, dass sich unser Handeln an den Werten Nachhaltigkeit, Humanität,

Gerechtigkeit, Teilhabe und sozialer Verantwortung ausrichtet.

Nachhaltigkeit: Lebensmittel werden unter großem Aufwand produziert. Lebensmittel sind wertvoll.
Und wir treten dafür ein, dass die Vernichtung von Lebensmitteln vermieden wird: „Essen, wo es
hingehört“.

Humanität: Jedem bedürftigen Menschen wird unabhängig von seiner Herkunft, seinen Möglichkeiten und Grenzen mit Respekt begegnet; seine Würde wird geachtet.

Gerechtigkeit und Teilhabe: Jeder Mensch soll Chancen zur persönlichen, kulturellen, sozialen,schulischen und beruflichen Entfaltung erhalten.

Soziale Verantwortung: Tafeln übernehmen durch ihr Handeln soziale Verantwortung und erinnern die Gesellschaft an ihre Verpflichtung gegenüber bedürftigen und ausgegrenzten Menschen.
Der Bundesverband Deutsche Tafel e. V. ist Interessenvertretung und Dienstleister seiner Mitglieder.
Die Mitglieder des Bundesverbandes Deutsche Tafel e. V. sind eigenständige, gemeinnützige Tafeln als Verein oder Tafeln in Trägerschaft.
Vom Grundgedanken der (Wohltätigkeit) Hilfe für Bedürftige ausgehend, wird in Tafeln grundsätzlich ehrenamtliche Arbeit geleistet. Sie kann – wenn möglich und notwendig – unterstützt werden durch unterschiedlich finanzierte und geförderte Mitarbeiter.
Die zentrale Aufgabe der Tafeln ist, überschüssige Lebensmittel, die nach den gesetzlichen Bestimmungen noch verwertbar sind, sowie Waren des täglichen Bedarfs zu sammeln und diese an Bedürftige abzugeben. Der Zukauf von Lebensmitteln ist für Tafeln ausgeschlossen. Die Abgabe erfolgt kostenlos oder gegen einen geringen Betrag. Die Tafeln arbeiten überparteilich und überkonfessionell. Aus jeweils unterschiedlichen weltanschaulichen, religiösen, fachlichen oder persönlichen Motiven engagieren sich die Mitarbeiter der Tafeln in humanitärer Verantwortung und streben nach Verbesserung der Lebensqualität für wirtschaftlich und sozial benachteiligte Menschen.
Die Tafeln geben den betroffenen Menschen Gesicht und Stimme.
Die Tafeln sind eine neue soziale Bewegung, die praktizierte Wohltätigkeit (ehrenamtliches Engagement) mit der Wohlfahrtspflege für bedürftige Menschen verbindet. Beide Grundgedanken - Wohltätigkeit und Wohlfahrtspflege - fließen stets in unsere Arbeit vor Ort ein. Wir sehen die Verbindung zwischen Wohltätigkeit und Wohlfahrtspflege als eine Antwort auf die Herausforderungen eines grundlegenden und weitreichenden Wandels, der unsere Gesellschaft in vielen Bereichen verändert.
Der Bundesverband und seine Mitglieder unterstützen bürgerschaftliches Engagement und Selbsthilfe, sie ermöglichen es Wirtschaftsbetrieben, ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrzunehmen. Aktive Unterstützung birgt Chancen, Herausforderungen und otentiale, die wir fördern, annehmen und nutzen.
Tafeln sind eigenständige Organisationen. Sie pflegen eine partnerschaftliche Zusammenarbeit in den Regionen, in Ländern und im Bundesverband.
Tafeln respektieren und tolerieren unterschiedliche Tafelmodelle. Tafelarbeit ist durch Transparenz gekennzeichnet. Zum Wohle der Betroffenen arbeitet die Tafelorganisation mit gesellschaftlich relevanten Akteuren und Organisationen zusammen. Die Tafeln achten stets darauf, die Qualität ihrer Arbeit zu verbessern.
Die Verhinderung von Armut ist vorrangig eine staatliche Aufgabe. Tafelarbeit entbindet den Staat nicht von seiner Daseinsfürsorgepflicht. Tafeln arbeiten nicht im öffentlichen Auftrag. Die Tafeln stellen sich aber der gesamtgesellschaftlichen Aufgabe, die negativen Folgen von Armut zu  indern. Tafeln nutzen aktiv die Angebote von Spendern, Sponsoren und gesellschaftlich relevanten Unterstützern.
Tafeln reagieren auf gesellschaftliche Veränderungen. Sie ergänzen durch ihren neuen Ansatz sozialer Arbeit die Angebote der Wohlfahrtsverbände.
Sie unterstützen und wirken durch bürgerschaftliches Engagement und Selbsthilfe. Sie nutzen die Bereitschaft zur Übernahme von sozialer Verantwortung, die in zunehmender Weise bei Privatpersonen, Institutionen, kleinen und großen Unternehmen sichtbar wird, zur Verbesserung der Lebensumstände von bedürftigen Menschen. Sie unterstützen Initiativen, die auf diese Stärkung der aktiven Bürgerschaft und Selbsthilfe ausgerichtet sind.

Tafel-Grundsätze des Bundesverband Deutsche Tafel e.V.

Präambel

Nicht alle Menschen haben ihr täglich Brot – und doch gibt es Lebensmittel im Überfluss. Die Tafeln in Deutschland bemühen sich hier um einen Ausgleich. Ziel der Tafeln ist es, qualitativ einwandfreie Nahrungsmittel, die im Wirtschaftsprozess nicht mehr verwendet werden können, an Menschen in Not zu verteilen.

Grundsatz 1

Die Tafeln sammeln überschüssige Lebensmittel, die nach den gesetzlichen Bestimmungen noch verwertbar sind, und geben diese an Bedürftige ab.

Durchführungsbestimmung: 

· Die Tafeln können auch Artikel des täglichen Bedarfs ausgeben. 

· Der Schwerpunkt muss auf dem Einsammeln und Ausgeben von Lebensmitteln liegen. 

· Die Abgabe erfolgt unentgeltlich oder gegen einen geringen Kostenbeitrag. Notwendige Kostenbeiträge sollen so gering wie möglich sein. 

Der Kostenbeitrag muss sich einerseits am sozialen Auftrag der Tafeln und andererseits an der prekären Situation der Empfängerinnen und Empfänger unserer Leistungen orientieren. 

· Die Ermittlung der Bedürftigkeit orientiert sich an der Abgabenordnung § 53 unter Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten und wird von jeder Tafel individuell festgelegt. 

· Die Abgabe der Lebensmittel erfolgt unter Beachtung der Lebensmittelhygieneverordnung (LMHV) und des Infektionsschutzgesetzes.

 

Grundsatz 2

Die Arbeit der Tafeln ist grundsätzlich ehrenamtlich. Sie kann – wenn möglich und notwendig – unterstützt werden durch unterschiedlich finanzierte und geförderte Mitarbeiter.

Grundsatz 3

Die Arbeit der Tafeln wird durch Spender und Sponsoren unterstützt. Tafeln freuen sich über Sach-, Geld- und Zeitspenden.
Der Kauf von Lebensmitteln ist erlaubt, wenn er durch den Spendenden erfolgt und an die Tafeln weitergegeben wird (Sachspende) und/oder für Projekte und Anlässe (z. B. Kinder-, Seniorenprojekte, Weihnachtsfeier, Tafeltag) genutzt wird.

Grundsatz 4

Die Tafeln arbeiten unabhängig von politischen Parteien und Konfessionen. 

Grundsatz 5

Der Name 'Tafel' ist als eingetragenes Markenzeichen durch den Bundesverband Deutsche Tafel e.V. rechtlich geschützt.

Durchführungsbestimmung: 

· Die Bezeichnung des Vereins oder des Projekts ist grundsätzlich der vorangestellte Ortsname in Verbindung mit dem Namen „Tafel“ und ggf. e.V., z.B. Berliner Tafel e.V. 

· Tafeln in Trägerschaft dürfen die Bezeichnung des Trägers als Zusatzinformation verwenden. 

· Davon abweichende Bezeichnungen bedürfen der ausdrücklichen Zustimmung des Bundesverbands Deutsche Tafel e.V. 

· Der Name „Tafel“ ist schriftlich beim Bundesverband Deutsche Tafel e.V. zu beantragen und wird ausschließlich an juristische Personen für konkrete Tafelprojekte vergeben. 

· Das Logo des Bundesverbandes Deutsche Tafel e.V. sollte von der lokalen Tafel in Form und Farbe ohne jede Veränderung übernommen werden. 

Grundsatz 6

Die Arbeit der Tafeln steht überwiegend im lokalen Bezug. Die Tafeln respektieren den Gebietsschutz, ohne miteinander zu konkurrieren.

Durchführungsbestimmung: 

· Bei Unstimmigkeiten in der regionalen Tafel-Arbeit, z. B. bei Tafel-Neugründungen oder bei bereits bestehenden Tafeln, sollte vorrangig eine einvernehmliche Lösung im Interesse der Bedürftigen vor Ort angestrebt werden. 

· Ist dies nicht möglich, sind die zuständigen Ländervertreter hinzuzuziehen. 

· Die Tafeln tauschen regional und überregional Informationen und Erfahrungen aus. 

· Die Tafeln helfen einander mit dem Ziel, die lokale Tafel-Arbeit wirkungsvoll zu unterstützen.

 

Grundsatz 7

Die Tafel-Grundsätze des Bundesverbandes Deutsche Tafel e.V. sind Leitlinien zur Arbeit der Tafeln in Deutschland.

Die Tafel erklärt durch ihre Unterschrift die Anerkennung und Einhaltung der Tafel-Grundsätze.

Grundsatz 8

Der Bundesverband Deutsche Tafel e.V. achtet auf die Einhaltung der Tafel-Grundsätze.

Bei Nichteinhaltung der Tafel-Grundsätze beantragt der Bundesverband in Abstimmung mit dem zuständigen Ländervertreter ein Verfahren zur Aberkennung des Namens 'Tafel' und gegebenenfalls ein Verfahren zum Ausschluss aus dem Bundesverband Deutsche Tafel e.V.